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Reiteralpe

Die westliche Begrenzung des Berchtesgadener Talkessels bildet die Reiteralpe.
Sie liegt zwischen den beiden ehemaligen Grenzpässen des Berchtesgadener Landes,
zwischen der Schwarzbachwacht (Wachterl),
dem Übergang nach Reichenhall sowie dem Hirschbichl,
dem Übergang Saalachtal und Tirol.

Das riesige Hochplatteau fällt nach allen Seiten in gewaltigen Steilwänden ab.
Der nördliche Teil der Hochfläche ist etwas niederiger,
ist mit Almen und Weiden bedeckt und hat sehr schöne uralte Zirbenbestände.

Die südliche Region ist hochalpin, wobei die höchsten Erhebungen, Grundübelhorn, Mühlsturzhorn und Stadelhorn, ihrer Felswände wegen auch als Ramsauer Dolomiten bezeichnet werden.

Wandertouren

Der Weitschartenkopf, 1.979 m, ist das leichte Wanderziel der Reiteralpe. Nachdem man die Traunsteiner Hütte über den Schrecksattelsteig in 3 bis 4 Stunden erreicht hat, ist nach einer Übernachtung der Weitschartenkof in nur etwas mehr als 1 Stunde über einen leichten Weg durch schöne Weisen- und Latschenhänge zu ersteigen. Reizvoll ist die Überschreitung der Reiteralpe, in dem man am gleichen Tag den Weg zurück über den Wachterlsteig wählt.

Anspruchsvolle Wanderziele sind die hohen Berge der Reiteralpe. Die Gipfel von Häuslhorn, 2.284 m, Wagendrischlhorn, 2.251 m und Stadelhorn, 2. 286 m sind von der Traunsteiner Hütte in 2 1/2 bis 3 Stunden erreichbar, letzterer erfordert dabei kurz Kletterei im I. Schwierigkeitsgrad.

Hochalpin

Eine großartige, hochalpine Unternehmung ist der Auftsieg zum Wagendrischlhorn über den Schaflsteig über die Mayrbergscharte mit anschließendem Abstieg über den Böslsteig zum Ausgangspunkt am Hintersee. Für die 8 bis 10 Stunden dauernde Tour braucht man neben einer guten Kondition auch Bergerfahrung, Schwindel- und Trittsicherheit.

Klettertouren

Die Reiteralpe ist mit ihren senkrechten Nord- und Südabstürzen ein ideales Klettergebiet, das schon früh von den Alpinisten für extreme Unternehmungen entdeckt wurde. Ein Landschaftlicher und klettertechnischer Genuss für Kletterer mit alpiner Erfahrung.

An den Südabstürzen sind die Grundübelhorn Südkante (V-) und die Hinterstoisser/Kurz- Route (VI-/A1 oder VIII-) an der Mühlsturzhorn Südkante für den Liebhaber langer, alpiner Routen ein absolutes Muss.

Eine weitere Route der legendären Berchtesgadener Seilschaft Hinterstoisser/Kurz findet sich an den Nordabstürzen. Die Wartsteinkante ist nicht nur ein Klassiker, sie ist heute mit Sicherheitshaken als Zwischen- und Standhaken fast vollständig abgesichert und bietet rasante Kletterei im VI. Grad.

Für das Klettern sportlicher Richtung empfehlen sich an der Nordseite die Sepp-Rieser-Gedächtnisführe (VIII- oder VI/A2) sowie die Utopia (VIII) an der Warsteinwand. Diese 400 m langen Routen sind mit den notwendige Sicherheitshaken an Standplätzen und in den Seillängen versehen, allerdings empfiehlt sich eine Mitnahme von Klemmkeilen.

Traunsteiner Hütte, 1.570 m,
Alpenvereinshütte
Übernachtungsmöglichkeit
Mai - Oktober geöffnet.

Ausgangspunkt für den Zustieg über den Schrecksattelsteig ist Oberjettenberg an der Westseite der Reiteralpe. Vom Parkplatz an der Militärseilbahn geht es in 2 1/2 bis 3 Stunden, zum Schluß geschickt durch die scheinbar geschlossenen Felswände zum Schrecksattel, 1.608 m. Über die wellige Hochfläche erreicht man die Traunsteiner Hütte dann in etwa 30 Minuten.

Die Alternative ist der Aufstieg über den Wachterlsteig. Er beginnt an der Schwarzbachwacht an der Ostseite der Reiteralpe und erfordert wie der Schrecksattelsteig 3 bis 4 Stunden Gehzeit.

 

Bücher und Karten um den Voralpenland

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